Der bestens präparierte Sparkassenpark in Heidenheim war der diesjährige Austragungsort der Deutschen Mehrkapfmeisterschaften der Jugend U20. Einzige Vertreterin der LG Staufen war dabei Theresa Widera, die sich in einem starken Teilnehmerfeld einen hervorragenden vierten Platz sicherte und dabei vier neue Bestleistung aufstellte.

Sehr zufrieden war das Trainerteam Klaus Hensolt und Lutz Dombrowski mit der Athletin Theresa Widera nach den beiden anstrengenden Tagen und einem erfolgreichen Siebenkampf. Mit einer Steigerung der Mehrkampfbestleistung um über 200 Punkte erkämpfte sich die Heubacherin unter den besten Siebenkämpferin ihrer Altersklasse den vierten Platz.

Bereits in der ersten Disziplin durfte sich Widera über eine Bestleistung freuen, über die 100m Hürden steigerte sie sich auf 14,46 Sekunden und pulverisierte ihren eigenen Hausrekord deutlich. Mit Rückenwind ging es dann zum Hochsprung, bei dem sie mitunter eine der besten Höhen zeigte.

Vor dem 200m-Lauf stand noch das Kugelstoßen auf dem Plan, dort musste sie einige Punkte an die Konkurrent abgegeben. Dafür machte sie mit der abschließenden Disziplin des ersten Tages einiges wieder gut, 24,96 Sekunden bedeuteten die zweitschnellste Zeit im Teilnehmerfeld. Gleichzeitig stellte sie damit eine neue Bestzeit auf und blieb erstmals unter dem seit langem erklärten Ziel der 25-Sekunden-Marke. Das bedeutete Zwischenzeitlich bedeutete das Platz vier.

Auch der zweite Tag startete gut für die Mehrkämpferin der LG Staufen. Widera konnte im Weitsprung den größten Satz verzeichnen, 5,76m im Rahmen des Mehrkampfes können sich mehr als sehen lassen.

Die nächste Bestleistung lieferte die junge Athletin im Speerwurf. 34,87m bedeuten eine Steigerung von mehr als zwei Metern. Vor dem Abschluss, dem 800m-Rennen, war klar, dass die Vertreterin der Rot-Weißen noch einmal eine Bestleistung erzielen muss, um noch den Bronzerang zu erreichen. Dabei hätte sie aber eine Zeit unter 2:20 Minuten zeigen müssen. Am Ende lieferte sie sich mit der Gesamt-Dritten ein enges Rennen und landete auf Platz vier.

„Erstmals hat Theresa ihr großes Potential angedeutet“, sagte Trainer Lutz Dombrowski nach dem Wettkampf voller Stolz. Zudem steigerte sie ihre Mehrkampfbestleistung auf 5118 Punkte und knackte damit erstmals die 5000-Punkte-Grenze deutlich. Die Ehrung erhielt Widera übrigens aus den Händen von Sabine Braun, einer ehemaligen Weltklasse-Siebenkämpferin.

Ergebnis:
Siebenkampf WJU20:
4. Widera 5118 Punkte (14,46sek – 1,62m – 9,31m – 24,96sek – 5,76m – 34,87m – 2:27,43 Minuten)

Ein tolles Stadion, sehr gute äußere Bedingungen und Emotionen pur im Team der LG-Staufen. Die Athletinnen und Athleten haben die Stadt Schwäbisch Gmünd, wie schon so oft in diesem Jahr prächtig vertreten. Dabei gab es Gold für Weitspringern Lisa Maihöfer und Bronze im Stabhochsprung für Dorina Baiker.

Den Auftakt machte Moritz Kindel am Freitagnachmittag auf der 100m-Strecke in der Altersklasse U20. Obwohl man dem Igginger seine Aufregung deutlich anmerken konnte, erreichte er trotzdem das Halbfinale, was das große Ziel war. Er hat sich mit seinen 11,09 Sekunden gut verkauft, vor allem wenn man beachtet, dass er mit dieser Zeit in seinem Jahrgang der beste Sprinter aus Baden-Württemberg war. Die 200m am zweiten Wettkampftag brachte er mit beachtlichen 22.77 Sekunden bei starken Gegenwind gut ins Ziel, konnte sich aber nicht für das am selben Tag noch stattfindende Finale qualifizieren. Staufens bester Nachwuchsprinter hat „eine tolle Saison hinter sich gebracht und seine Bewährungsprobe “Deutsche Meisterschaften” mit Bravour bestanden“, so Trainer Lutz Dombrowski.

Weniger gut lief es für die 4×100 Staffel der weiblichen U18. Im Vorlauf verpassten Maren Seidl, Lisa Maihöfer, Linda Henninger und Leonie Riek mit verpatztem dritten Wechsel knapp das A-Finale und konnten sich somit als schnellste Staffel für das B-Finale qualifizieren. Wäre der letzte Wechsel perfekt gelaufen, hätten sich die vier Mädels einen Platz im A-Finale erlaufen. Als neuntbeste Staffel lag man nun im diesem fünf Stunden später stattfindenden B-Finale zwar deutlich in Führung, aber wieder passierte am letzten Wechsel ein Missgeschick, was die Disqualifikation bedeutete. Der Staffelstab landete statt in der linken Hand von Vanessa Kuhn auf der blauen Rundbahn des Stadions. Jetzt war Zusammenhalt im Team gefragt, was jedoch kein Problem für die fünf Mädchen darstellen sollte.

Am Samstagmittag war es Lisa Maihöfer, die nach ihrem vierten Platz bei den Weltmeisterschaften im kolumbianischen Cali zum zweiten großen Coup ausholte. Mit tollen 6,10m im fünften Versuch gewann sie den Weitsprung ihrer Altersklasse und verteidigte somit ihren Titel aus dem Vorjahr. Stark, wenn man bedenkt, dass sie am Vortag mit ihren Teamkameradinnen Seidl, Henninger, Riek und Kuhn zwei mal die 4x100m-Staffel lief. Sie gestaltete den Wettkampf sehr spannend, da die ersten beiden Versuche knapp ungültig waren und sie sich so mit einem dritten Sicherheitssprung für das Finale qualifizieren musste. Das lag daran, dass die Weitspringerinnen ihren Anlauf während des Wettkampfs mehrmals umstellen musste, da sie beim Einspringen Gegenwind und beim eigentlichen Wettkampf Rückenwind hatten. So wurden es am Ende sechs Sprünge statt dem einen, erhofften Siegessprung.

Hochmotiviert ging 110m Hürdenspezialist Dominik Denning an den Start, der laut Teilnehmerliste eine gute Chance hatte, das B-Finale zu erreichen. Vielleicht war er etwas zu motiviert, denn ein Fehlstart führte zur Disqualifikation im Vorlauf, was bei den Deutschen Meisterschaften, also dem Saisonhöhepunkt, bitter für ihn und seinen Trainer Lutz Dombrowski war.

Leonie Riek zeigte zu später Stunde am Samstagabend ein hochmotiviertes Finalrennen über die 400m Hürden und wurde dafür mit einen tollen fünften Platz belohnt. Schon einen Tag früher hatte sie mit der drittbesten Vorlaufzeit signalisiert, dass mit Ihr im Finale zu rechnen ist. Bis zur letzten Hürde noch auf Patz drei gelegen, wurde Sie kurz vor dem Ziel noch abgefangen, darf sich jedoch trotzdem die fünftbeste 400m Hürdenläuferin ihrer Altersklasse in Deutschland nennen.

Für Mehrkämpferin Theresa Widera lief es nicht ganz so gut, wie im Vorfeld erhofft. In einem hochkarätigen Feld hat sie auf Grund großer Anlaufprobleme das Brett nicht getroffen und somit den Sprung unter die besten acht nicht geschafft. Sie blieb damit mit 5,58m unter Ihren Möglichkeiten. Das will sie bei den in zwei Wochen anstehenden Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Heidenheim wieder deutlich besser machen.

Die Bronzemedaille für Dorina Baiker fühlte sich für unsere talentierte Stabhochspringerin wie Gold an, denn die gesamte Saison lief es sportlich wie mental nicht ganz nach ihrem Wunsch. Diese Medaillen kann ein Athlet oftmals besser wertschätzen, weil man bis dahin einen steinigen Weg gehen musste oder eine schwierige Saison entgegen aller Erwartungen doch erfolgreich hinter sich bringen konnte.

Bergläuferin Annika Seefeld startete über die 3000m in der Altersklasse U20 und blieb im starken Feld im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Für sie ist die Saison ebenfalls noch nicht beendet, da demnächst weitere große Herausforderungen wie die Berglauf-Weltmeisterschaften und die Militär-Weltspiele anstehen, bei denen sie Deutschland und die LG-Staufen wieder erfolgreich vertreten möchte.

(Bericht: Leonie Riek)

Für viele der mitgereisten Athleten der LG Staufen bedeutete das Abendsportfest in Besigheim den Abschluss einer erfolgreichen, aber kräftezehrenden Saison. Trotz des langen Wettkampfjahres gab es vor allem für die jüngeren Sportler bei sehr guten Bedingungen noch die eine oder andere Bestleistung.

In der weiblichen Jugend der U18 gaben die jungen Läuferinnen Vanessa Kuhn und Jana Kleesattel ihr Debüt über die 400m-Distanz. Für ihren ersten Lauf legten sie dabei sehr ordentliche Zeiten über die Stadionrunde an den Tag. Zudem gab es für beide Sprinterinnen eine Bestzeit über 100m zu verzeichnen.

Ebenfalls schlossen Bernadette Hieber und Lea Zimerhackel diese Strecke mit einer neuen persönlichen Bestleistung ab. Hieber sprintete zudem erstmals die 200m-Distanz, eine weitere Bestleistung für Zimmerhackel gab es im Hochsprung.

Bei den männlichen Vertretern der U18 gab es im 100m-Sprint ebenfalls Grund zur Freude. Dominik Borowiec und Jonathan Barth durften jeweils über eine Verbesserung auf dieser Strecke jubeln. Wie die Mädchen der U18 absolvierte auch Borowiec seinen ersten Lauf über Stadionrunde, Barth überquerte außerdem die Hochsprunglatte mit einer neuen Bestleistung. Auch im Weitsprung stellte er mit 5,77m eine neue Bestmarke auf.

Lena Jockel, Celine Ströhle und Katharina Helm nahmen sowohl am Weit- als auch am Hochsprung teil. Beim Hochsprung stellte Ströhle zum Ende der Saison noch einmal ihre Bestleistung ein, für die eigentliche Hochspringerin Jockel gab es im Weitsprung eine Verbesserung zu verzeichnen.

Ruben Fraidel und Peter Böhm starteten über die 100m und lieferten hier noch einmal respektable Zeiten ab. Auf die längere 400m-Distanz ging es für Hochspringer Tim Seidel. Zwar pflügte er zu Beginn durch das Feld, musste aber nach der letzten Kurve dem schnellen Anfangstempo Tribut zollen. Alle drei nahmen zudem am Hochsprung teil, hier schaffte Fraidel eine neue Bestleistung.

Bei den Frauen war Anna Schmidt die einzige Teilnehmerin im 100m-Sprint. Ihr merkte man die lange und anstrengende Saison an, sie war mit ihrem Lauf nicht zufrieden. Spaß hatte sie zusammen mit ihrer Vereinskameradin Lisa Ostertag im Weitsprung, als sie unter dem tosenden Applaus der anfeuernden Teamkameraden in die Grube sprangen. Rebecca Konold coachte hierbei, zuvor bereitete sie sich bei Hochsprung auf den kommen Mehrkampf vor.

Das Feld wird von den Männern komplettiert. Michael Kucher und Philipp Herderich versuchten sich noch einmal über die 100m-Distanz. Kucher gelang dabei trotz starkem Rückenwind keine gute Zeit, allerdings freute sich Herderich über seinen Lauf, er kam trotz leichten Gegenwindes nah an seine Bestzeit.

Zusammen mit Robin Breymaier und Max Wolf nahm er in Erinnerung an alte Zehnkampf-Zeiten am Hochsprung teil. Breymaier hörte nach seiner Anfangshöhe auf, um im gleichzeitig stattfindenden Weitsprung mitzuwirken. Kucher kam trotz zweijähriger Pause um zwei Zentimeter an seine Bestleistung heran, hörte dann aber ebenfalls aufgrund des Weitsprungs auf. Nur Wolf bleib dabei, blieb dabei aber unter der Leistung der Vorwoche.

Im Weitsprung nahm zusammen mit den Genannten zusätzlich noch Herderich teil. Er freute sich über seine ersten Weiten in dieser Disziplin. Auch Kucher freute sich über seine Weite, den internen Dreikampf gegen Peter Böhm entschied er damit klar für sich. Einen Abschied gab es für Robin Breymaier: Mit einer tollen Serie und mehreren Weiten über 7m zeigte er noch einmal sein großes Potential. Nach dem Wettkampf gab er allerdings bekannt, dass er in nächster Zeit aus beruflichen Gründen kürzer treten muss.

Das Feld wird von Johannes Schürle komplettiert, der nach langer Wettkampfabstinenz wieder einmal auf der Bahn stand. Über 800m kam er als schnellster Läufer mit einer Zeit unter zwei Minuten ins Ziel.

Ergebnisse:

MJU18:
100m: 13. Borowiec 12,58sek; 14. Barth 12,78sek
400m: 2. Borowiec 57,54sek
Hoch: 8. Barth 1,62m
Weit: 2. Barth 5,77m

MJU20:
100m: 1. Böhm 11,42sek; 6. Fraidel 12,05sek
400m: 3. Seidel 60,43sek
Hoch: 5. Böhm 1,70; 8. Seidel 1,66m, 9. Fraidel 1,62m
Weit: 3. Böhm 5,62m; 5. Fraidel 4,87m

Männer:
100m: 5. Kucher 11,24sek; 7. Herderich 11,44sek
800m: 1. Schürle 1:57,46min
Hoch: 2. Wolf 1,82m; 3. Kucher 1,76m; 5. Breymaier 1,62m
Weit: 1. Breymaier 7,07m; 5. Kucher 6,09m, 8. 5,42m

WJU18:
100m: 6. Kuhn 13,07sek; 7. Hieber 13,25sek; 8. Zimmerhackel 13,27sek; 13. Kleesattel 13,39sek
200m: 8. Hieber 27,48sek
400m: 2. Kuhn 62,96sek; 4. Kleesattel 64,20sek
Hoch: 2. Zimmerhackel 1,48m

WJU20:
Hoch: 1. Jockel 1,60m; 3. Ströhle 1,48m; 5. Helm 1,44m
Weit: 2. Jockel 4,95m; 3. Ströhle 4,86m; 5. Helm 4,81m

Frauen:
100m: 3. Schmidt 13,06sek
Hoch: 1. Konold 1,56m
Weit: 3. Ostertag 5,04m; 5. Schmidt 4,74m

Zur 13. Auflage des nationalen Abendsportfestes reisten einige Athleten der LG Staufen nach Köngen, um die Saison ausklingen zu lassen. Dabei erzielten einige Sportler in der Schlussphase noch einige Bestleistungen und Siege.

Von der Jugend bis zu den Aktiven standen für die Rot-Weißen die letzten Läufe und Sprünge an. Besonderes freuen konnte sich Ruben Fraidel im Stabhochsprung der U20. Nach einer langen Verletzungspause im letzten Jahr kommt er zum Ende der Saison immer mehr in Schwung. In Köngen übersprang er 4,25m und stellte dabei eine neue Bestleistung auf.

Peter Böhm und Tim Seidel starteten im Weitsprung und im Hochsprung für die LG Staufen. Dabei erreichte Seidel im Weitsprung mit 5,55m eine neue Bestleistung, Böhm bereitete sich mit diesem Wettkampf auf das kommende Duell mit Michael Kucher vor.

Bei den weiblichen Vertretern stellten sich Lena Jockel und Nina Sigloch der Konkurrenz, beide landeten mit gleicher Höhe auf dem ersten Rang. Sigloch nahm zudem am Speerwurf teil.

Bei den jüngeren Mädels der U18 gab es über die 400m-Distanz eine neue Bestzeit für Leonie Riek zu verzeichnen. Schnelle 58,84 Sekunden brauchte sie über die Stadionrunde und blieb dabei als einzige unter einer Minute.

Zusammen mit Vanessa Kuhn lief sie auch die 200m, ebenfalls als Schnellste. Kuhn vertrat als einzige Vertreterin die Rot-Weißen über die 100m-Strecke und wurde hier Zweite.

Bei den Jungs dieser Altersklasse startete Alexander Braun zum Saisonabschluss über 200m. Nach dem Lauf war er sehr zufrieden, auch weil er über diese Strecke mit 24,70 Sekunden eine neue Bestleistung auf.

Ebenfalls in dieser Altersklasse startete Jonathan Barth. Neben dem Weitsprung stellte er sich auch der Hochsprungkonkurrenz und stellte dabei seine persönliche Bestleistung ein.

In der Aktivenklasse starteten die Sprinter Michael Kucher und Philipp Herderich. Bei Kucher zeigte sich, dass die Spannung nach der langen Saison raus war, er produzierte einen deutlichen Fehlstart. Besser lief es für Herderich, er blieb nur knapp über seiner Bestzeit. Zudem qualifizierte er sich für den „Lauf der Besten“ und bestätigte dort seine Leistung.

Auch über 200m starteten die U23-Athleten. Für Herderich reichte es hier mit 22,72 Sekunden zu einer neuen Bestzeit, auch Kucher zeigte sich trotz eines Strauchlers nach dem Lauf zufrieden.

Zum Spass sprangen Max Wolf und Robin Breymaier im Hochsprung mit. Wolf präsentierte mit starken 1,85m eine gute Leistung, nicht ganz so zufrieden war Breymaier mit seiner Leistung. Dafür sprang er im Weitsprung noch einmal über die 7m-Marke, worüber er sich sehr freute.

Den Abschluss der LG-Vertreter machte Anna Schmidt. Sie startete über die 200m-Distanz und landete hinter der starken Läuferin aus Sindelfingen auf dem zweiten Rang.

Einige Titel konnte die LG Staufen in ihrem 45-jährigen Bestehen schon bei Deutschen Meisterschaften einfahren, allerdings reichte es nie bei den Aktiven. Am Sonntag war es für die Rot-Weißen endlich so weit: Hammerwerfer Alexander Ziegler sicherte sich in Nürnberg die Goldmedaille.

„Mein erster Deutscher Meistertitel. Ich realisiere das gerade noch gar nicht so richtig. Es war ein anstrengender Wettkampf. Ich bin etwas komisch reingekommen, aber ich bin froh, dass es hinten raus so gut geklappt hat. Es war schön, hier in Nürnberg zu werfen“, so Ziegler direkt nach dem Wettkampf im Interview mit dem Deutschen Leichtathletik Verband.

Schon vor dem Beginn deutete vor 20.000 Zuschauern im Grundig-Stadion in Nürnberg alles auf einen Zweikampf zwischen den beiden Jahresbesten hin: Markus Esser aus Leverkusen, Gewinner der Deutschen Meisterschaften in den letzten Jahren, und Alexander Ziegler von der LG Staufen, der bei den vergangenen Meisterschaften in Ulm die Silbermedaille holte.

Nach zwei Würfen hatte der Leverkusener mit guten 71m noch die Nase vorn, erst im dritten Versuch steigerte sich Ziegler von 69,49m auf über 73m. Im Nachhinein hätte diese Weite bereits für den Sieg gereicht. Doch der starke Mann von der LG Staufen legte im Folgenden sogar noch einen drauf und erzielte 73,91m.

„Der erste Versuch war eine Gurke, dann hatte ich einen Ungültigen. Dann ging es über 73 Meter, das war ganz okay. Danach wollte ich nochmal nachlegen und auf jeden Fall meine Saisonbestleistung (74,73m) steigern“, sagte Ziegler weiter. Allerdings waren in dem stumpfen Ring keine größeren Weiten möglich, insgesamt waren die Rahmenbedingungen sehr schwierig für die Werfer, sowohl für die weiblichen, als auch für die männlichen.

Am Ende holte sich der Dischinger mit mehr als einem Meter Vorsprung die Goldmedaille und damit den ersten Deutschen Titel für die LG Staufen bei den Aktiven. Auch Altmeister Esser zollte dem 28-jährigen anschließend Respekt: „Ich freue mich für Alexander“, sagte Esser, der mit diesem Wettkampf seine Laufbahn auf diesem Niveau beendete.

Nach oben fehlt Ziegler allerdings immer noch der Ausreißer. „Daran müssen wir noch arbeiten, mal schauen wie es weitergeht.“ In diesem Jahr stehen keine größeren Wettkämpfe mehr an, zusammen mit seinem Trainer und Mentor Fred Eberle wird in die Trainingsbücher geschaut und ein Plan für das kommende Jahr erstellt.

„Ich fliege nächste Woche wieder in die USA, mit dem dortigen College-Trainer wird dann die Planung abgestimmt. Ende August geht das nächste Semester wieder los. Vorher habe ich noch ein paar Sachen zu organisieren und muss schauen, wie es mit der Dissertation und der Forschung weitergeht“, sagte Ziegler zum Abschluss.

Ergebnisse: 1. Ziegler (LG Staufen): 69,49m – X – 73,25m – 73,91m – X – 72,84m; 2. Esser (TSV Bayer 04 Leverkusen): 71,17m – X – 72,32m – 70,34m – 72,29m – X; 3. Porter (LG Eintracht Frankfurt): X – X – 68,10m – 69,83m – X – 67,55m

Neben der Jugend U18 trugen auch die Aktiven und die Junioren ihre Titelkämpfe im Mehrkampf in Weingarten aus. Dabei sicherte sich Rebecca Konold mit ihrer Goldmedaille ihre erste Einzelmedaille auf dieser Ebene im Mehrkampf. Theresa Widera sicherte sich als U20-Athletin bei den Juniorinnen die Bronzemedaille, zudem gab es für die Mannschaft der LG Staufen die Silbermedaille, bei der auch Physiotherapeut Christian Müller großen Anteil hatte.

Mit einer schnellen Zeit über die Hürden startete Rebecca Konold in den Wettkampf, allerdings musste sie im Hochsprung einen kleinen Dämpfer einstecken, was sie sichtlich ärgerte. Ihrem Unmut ließ sie aber dann im Kugelstoßen freien Lauf: Mit 13,06m verbesserte sie nicht nur ihre persönliche Bestleistung um fast einen ganzen Meter, gleichzeitig stellte sie auch einen neuen Stadionrekord auf und das im Rahmen eines Mehrkampfes. Nach dem 200m-Lauf hatte sie nur elf Punkte Rückstand auf die Führende.

Tag zwei startete mit dem Weitsprung, im anschließenden Speerwurf gelang ihr mit 37,88m eine gute Weite. Mit dem abschließenden 800m-Rennen festigte sie ihre Goldmedaille im Siebenkampf und holte somit ihre erste Einzelmedaille im Siebenkampf auf Landesebene.

In der Altersklasse der Juniorinnen starteten Theresa Widera, Lisa Ostertag, Celine Ströhle und Katharina Helm. Widera startete mit einer guten Zeit und einer neuen Bestleistung über die Hürden. Ostertag, die erst seit wenigen Wochen wieder im Mehrkampftraining steht, haderte ein wenig mit ihrem Lauf, da sie bei der vorletzten Hürde ihren Abstand verkürzen musste. Auch die anderen beiden Teamkameradinnen waren nicht ganz zufrieden über ihre Leistungen. Danach stand der Hochsprung auf dem Programm, hier zeigte sich das gleiche Bild wie über die Hürden.

Im Kugelstoßen gab es für das Quartett reihenweise Bestleistungen, worüber sich die Mädels gleichermaßen freuten. Nach dem 200m-Lauf, der den ersten Tag des Siebenkampfes abschließt, lag Widera auf Rang zwei, wie Konold bei den Frauen fehlten ihr elf Punkte auf den ersten Platz. Dafür lag die Mannschaft mit Konold, Widera und Ostertag mit ein paar hundert Punkten in Front, was auch an der hervorragenden Arbeit von Physiotherapeut Christian Müller lag.

Tag zwei begann wie bei den Frauen mit dem Weitsprung, Ostertag war hier mit ihrer Leistung seit langer Zeit wieder einmal zufrieden, beim letzten, ungültigen Sprung hätte es sogar noch weiter hinaus gehen können. Ihre Vereinskameradinnen blieben beim Springen allerdings unter ihren Möglichkeiten. Im Speerwurf gab es für Widera dann eine erneute Bestleistung, sie warf das Gerät auf knappe 30m, hier zeigte sich das wöchentliche Speerwurftraining in Heidenheim. Den Abschluss machte traditionell das 800m-Rennen, in dem sich Ostertag und Ströhle ein spannendes Duell lieferten. Die beiden Göggingerinnen trennten nur eine halbe Sekunde, am Ende hatte Ostertag die Nase vorne. Etwas schneller unterwegs war Helm, nur Widera kam vor ihr durchs Ziel.

Nach sieben Disziplinen stand für Widera die Bronzemedaille zu Buche, insgesamt lagen alle LGlerinnen unter den Top 20 in Baden-Württemberg. Die Mannschaft der LG Staufen mit Rebecca Konold, Theresa Widera und Lisa Ostertag belegte bei den Frauen Rang zwei hinter dem starken Team aus Metzingen. Zusammen mit der Goldmedaille von Konold gab es für die Rot-Weißen einen komplette Medaillensatz zu bejubeln.

Ergebnisse:
Frauen:
1. Konold 4.954 (14,62sek – 1,56m – 13,08m – 26,66sek – 5,39m – 37,88m – 2:37,27min)

Juniorinnen U23:
3. Widera 4.899 (14,80sek – 1,64m – 9,84m – 25,42sek – 5,53m – 29,93m – 2:29,77min)
14. Ostertag 3.724 (16,81sek – 1,40m – 9,28m – 28,01sek – 5,20m – 20,40m – 2:40,11min)
15. Ströhle 3.709 (16,87sek – 1,44m – 9,31m – 28,83sek – 4,82m – 26,84m – 2:40,77min)
20. Helm 3.382 (17,63sek – 1,36m – 7,58m – 28,26sek – 4,66m – 22,87m – 2:38,35min)

Mannschaftswertung:
2. LG Staufen 13.577 (Konold, Widera, Ostertag)